GESCHICHTE

Individuelles und historisches Bauprojekt

Bahnhof Berlin-Lichterfelde Süd

Zeitgeschichte

Das individuelle Bauprojekt wird am Bahnhof Berlin-Lichterfelde Süd entstehen. Dort wo einst das ursprüngliche Bahnhofsgebäude stand, dass historisch gesehen, Geschichte geschrieben hat. Das Gebäude vom alten Bahnhof, stand auf einem Grundstück, dass 1893 durch die Volksbau-Gesellschaft erworben wurde. Es wurde daraufhin der Bau einer weiteren Haltestelle für die Anhalter-Bahn geplant, zur Erschließung der parzellierten Gebiete der Umgebung, die mit weiteren Villen bebaut werden sollten. Die Planung sah vor, den Vorortverkehr bis zu dieser Haltestelle auszudehnen. Diesem wurde nicht nachgekommen, so dass der Verkehr auf Fernzüge beschränkt wurde. Der Halt erhielt den Namen Groß-Lichterfelde Süd, der mit zwei Seitenbahnsteigen ausgestattet wurde. Erst im Jahre 1925 wurde der Bahnhof umbenannt und erhielt seinen heutigen Namen Lichterfelde Süd. Bis zum Jahre 1938 war er nur als Fernbahnhof eingestuft und dementsprechend mit höheren Fahrpreisen zu entrichten. Ab 1938 wurde er in den Berliner Vororttarif einbezogen.

In den Jahren 1942/1943 wurde der Bahnhof umgebaut und mit zwei Mittelbahnsteigen für den S-Bahn Verkehr ausgestattet. Die S-Bahn fuhr von 1943 an, zunächst nur bis zum Bahnhof-Lichterfelde Ost. Nach dem Kriegsende wurde ein Ferngleis elektrifiziert und die S-Bahn Strecke bis nach Teltow ausgedehnt. Die Eröffnung der um 2,6 km erweiterten Strecke erfolgte am 07. Juli 1951.

Durch den Bau der Berliner Mauer, wurde in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961, der Bahnhof-Lichterfelde Süd wieder nur zu einem Endbahnhof der S-Bahn Züge entlang der Anhalter Bahn. Der Verkehr nahm dadurch in den Folgejahren immer weiter ab, der auch durch einen Boykott der S-Bahn provoziert wurde. Den West-Berliner Fahrgästen wurde propagiert, mit den Fahrgeldern den Mauerbau zu finanzieren. Das Personal wurde durch diesen Umstand immer weiter reduziert, so dass schließlich keins mehr zum Fahrkartenverkauf zur Verfügung stand. Der Austausch von Fahrkarte und Wechselgeld erfolgte dann mittels eines Korbs, der vom Stellwerskturm zum Fahrgast hinunter gelassen wurde.

Nach dem Reichbahnstreik im September 1980, wurde der Rumpfbetrieb zunächst durch die Deutsche Reichsbahn aufrechterhalten. Am 09. Januar 1984 wurde der Betrieb, nach Übernahme der Berliner Verkehrsbetriebe eingestellt. Der Verfall der Bahnanlagen nahm seinen Lauf. Lediglich das Aufsichtsgebäude, wurde als Tanzlokal weiter genutzt. Nach der Wiedervereinigung sollte der Bahnhof wieder auf den Stand von 1961 hergestellt werden. Dies zog sich allerdings am Bahnhof-Lichterfelde Süd bis 1997 hin. Von den ehemaligen Bahnsteigen A und B, wurde der Steig B abgetragen und ein neuer Mittelbahnstieg an seiner Stelle errichtet. Die ersten Züge von Lichterfelde Ost aus kommend, konnten den Bahnhof ab dem 28. September 1998 wieder anfahren. Erst am 24. Februar 2005 wurde die Strecke bis Teltow Stadt verlängert.

Wo einst das Aufsichtsgebäude stand, in dem unsere Vorfahren die Tickets erwarben und später im Tanzlokal viele harmonische Stunden verlebten, soll nun ein einzigartiges Bauprojekt entstehen. Um einen Teil der historischen Geschichte zu erhalten, wird die alte Bahnhofsuhr im Original am Gebäude, als ein Teil der Zeitgeschichte angebracht. 

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